Der Förderverein Judo NRW e.V. stellt sich vor

Fragen an den 1. Vorsitzenden Andreas Tölzer

Was hat dich dazu bewegt, den Förderverein Judo NRW e.V. zu gründen?

Die Idee entstand aus der Überzeugung heraus, dass Judo in Nordrhein‑Westfalen ein enormes Potenzial hat – sportlich, aber vor allem auch gesellschaftlich. Judo vermittelt Werte wie Respekt, Hilfsbereitschaft und Freundschaft. Im Förderverein können Judoka und Judofreunde in einem Verein zusammenwirken, um sich gemeinsam auszutauschen, wie unsere Sportart besser unterstützt werden kann.

Gab es einen konkreten Anlass für die Gründung?

Ja, als ich Ende der 90er-Jahre selbst noch in den Altersklassen U18/U20 war, gab es bei Traininscamps und Turnieren Reisekostenerstattungen. Die Athletinnen und Athleten wurden zu Maßnahmen eingeladen. Damit verbundene Kosten wie Unterkunft und Verpflegung wurden übernommen. Bei Einladungen durch den Deutschen Judo Bund e.V. gab es noch Taschengeld (Tageskostenpauschale).

Der Blick in die Gegenwart zeigt, wie knapp überall das Geld ist. Athletinnen und Athleten bzw. deren Eltern müssen enorme finanzelle Belastungen aufbringen. Mehrmalige Fahrten zu Training, Judogi und Eigenbeteiligungen bei Maßnahmen können bei einem/r U18-Athleten/in schnell vierstellige Kosten pro Jahr mit sich bringen. Um diesem Trend entgegenzuwirken und Judo nicht zur „Reichensportart“ werden zu lassen, entstand die Idee eines Fördervereins.

Welche Projekte stehen aktuell im Fokus des Fördervereins?

Wir haben mehrere Schwerpunkte. Besonders wichtig ist uns die Nachwuchsförderung. So konnten wir im Dezember 2025 die U18-Athletinnen und Athleten beim Kauf eines IPPONGEAR Judogi durch einen Zuschuss unterstützen. 
Ein weiterer Bereich sind Trainings- und Wettkampfmaßnahmen, etwa Zuschüsse für nationale und internationale Reisen. Konkret konnten wir einen Athleten bei der Kostendeckung für ein internationales Trainingscamp in Georgien unterstützen.

Was unterscheidet den Förderverein vom traditionellen Vereinsbetrieb?

Der Förderverein Judo NRW e.V. arbeitet bewusst ergänzend zu den bestehenden Strukturen im Nordrhein-Westfälischen Judo-Verband und seinen angeschlossenen Vereinen. Die Mitglieder des Fördervereins können für einen Mitgliedsbeitrag von 5,00 Euro pro Monat den Verein unterstützen. Wer mehr geben möchte, kann selbstständig einen höheren Beitrag wählen, oder eine Spende leisten. Der Förderverein ist berechtigt, Spendenquittungen auszustellen, wodurch die individuelle Steuerlast gemindert wird. Die Vereinsmitglieder unterstützen durch ihren Beitrag die Athletinnen und Athleten der Vereine aus Nordrhein-Westfalen.

Was möchtest du langfristig mit dem Förderverein Judo NRW e.V. erreichen?

Unsere talentiertesten Athletinnen und Athleten sollen sich auf unsere wunderschöne Sportart konzentrieren können, ohne sich darum Sorgen machen zu müssen, ob sich die Eltern oder sie selbst die Fahrt zum Training und Turnier leisten können. Niemand soll mit Judo als Leistungssport aufhören müssen, weil die finanziellen Möglichkeiten nicht vorhanden sind.

Wie kann man den Förderverein unterstützen?

Es gibt viele Möglichkeiten: durch eine Mitgliedschaft, Spenden oder auch ehrenamtliches Engagement. Vielleicht hat jemand die Möglichkeit uns bei Partnern aus der Wirtschaft zu vermitteln. Jede Unterstützung hilft uns, Projekte umzusetzen und den Judosport weiter voranzubringen. Wer sich engagiert, investiert nicht nur in Sport, sondern auch in die persönliche Entwicklung unserer Athletinnen und Athleten.