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17.01.17 15:48 Alter: 2 Jahre
Von: Erik Gruhn


Mehr als 400 Teilnehmer - acht Olympiastarter dabei

Deutsche Einzelmeisterschaften in Duisburg


Foto: Falk Scherf

In der neuen Walter-Schädlich-Halle in Duisburg-Hamborn finden am kommenden Wochenende (21. und 22. Januar 2017) die Deutschen Judo-Einzelmeisterschaften statt. Deutschlands beste Judokas kämpfen an zwei Tagen um die Titel in jeweils sieben Gewichtsklassen bei den Frauen und Männern. In unmittelbarer Nähe wurden 1988 in der Rhein-Ruhr-Halle die Deutschen Meister ermittelt. Das ist nun mehr als 28 Jahre her.

Die Ausgangsposition ist ähnlich. Die Wettkämpfe 1988 waren die ersten Deutschen Meisterschaften nach den Olympischen Spielen in Seoul. Jetzt sind es die ersten nationalen Titelkämpfe nach den Spielen von Rio. 1988 war die Besetzung erste Klasse: Deutsche Meister wurden u.a. Richard Trautmann, Frank Wieneke, Michael Bazynski, Alexander von der Groeben, Regina Philips und Gabi Ritschel.

Die Meldezahl von mehr als 400 Judokas aus allen Bundesländern verspricht in diesem Jahr ein sehr starkes Teilnehmerfeld. Auch von den Olympiastartern am Zuckerhut werden acht Athleten den Weg nach Hamborn finden: Miryam Roper vom TSV Bayer 04 Leverkusen (-57 kg), Martyna Trajdos vom Eimsbütteler TV (-63 kg), Jasmin Külbs vom 1. JC Zweibrücken (+78 kg), Igor Wandtke vom Judo-Team Hannover (-73 kg), Sven Maresch vom SC Berlin (-81 kg), Marc Odenthal vom 1. JC Mönchengladbach (-90 kg), Karl-Richard Frey vom TSV Bayer 04 Leverkusen (-100 kg) und André Breitbarth vom SFV Europa Braunschweig (+100 kg). Der gastgebende Landesverband Nordrhein-Westfalen wird ein Viertel der Teilnehmer stellen.

Erstmals wird in Duisburg nach geänderten Regeln gekämpft. Die Internationale Judo-Föderation hat nach den Spielen in Rio ihr Regelwerk verändert, um die Kämpfe für den Zuschauer weiter attraktiver zu machen. Die Techniken werden nur noch mit Wazaari oder Ippon bewertet. Nach der regulären Kampfzeit entscheiden lediglich die erzielten Wertungen über Sieg und Niederlage, die Bestrafungen sind bei Gleichstand nur in der Verlängerung relevant. Die Kampfzeit wurde bei den Männern um eine Minute auf vier Minuten verkürzt. Die Änderungen werden bis zu den Weltmeisterschaften Ende August/Anfang September in Budapest erprobt.

Bei den Deutschen Meisterschaften werden die Titel in jeweils sieben Gewichtsklassen bei den Frauen und Männern vergeben. Am Samstag kämpfen die Frauen -48, -52, -78, +78 kg und die Männer -60, -66, -100, +100 kg. Sonntag stehen die Gewichtsklassen -57, -63, -70 kg bei den Frauen und -73, -81, -90 kg bei den Männern auf dem Programm. Die Vorkämpfe starten an beiden Tagen um 9:00 Uhr. Am Samstagnachmittag werden die Meisterschaften offiziell durch den Präsidenten des Deutschen Judo-Bundes Peter Frese eröffnet.

Groß ist auch das Medieninteresse. Der Westdeutsche Rundfunk ist mit einem Kamerateam vor Ort. Der Internetkanal sportdeutschland.tv wird an beiden Tagen alle Kämpfe live übertragen. Der Zuschauer kann bei der Übertragung zwischen den drei Wettkampfflächen wählen. Zusätzlich gibt es einen kommentierten Kanal, der von Alexander von der Groeben und Moritz Belmann kommentiert wird.
http://sportdeutschland.tv/judo

Die Deutschen Judo-Einzelmeisterschaften finden übrigens nach 1959, 1964, 1970 und 1988 zum fünften Mal in Duisburg statt. Mit Matthias Schießleder aus Essen, der 1959 für SWW Hamborn Gold holte, wird auch ein Titelträger der Meisterschaften von 1959 die diesjährigen Wettkämpfe besuchen. Der heute 80-Jährige war fünf Mal Deutscher Meister, 1960 Europameister und absolvierte 1964 in Tokio den ersten olympischen Judokampf überhaupt.