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NWJV-Trainerseminar
Vielseitige Ausbildung im Fokus
Montag, 26. und Dienstag, 27. Oktober 2026
An zwei intensiven Seminartagen stand im Nordrhein-Westfälischen Judo-Verband die zukunftsorientierte Ausbildung von Nachwuchsjudoka im Mittelpunkt. Nach der Begrüßung durch den leitenden Landestrainer Andreas Tölzer und den Geschäftsführer des NWJV Erik Goertz ging es direkt auf die Judomatte.
Ausbildungsidentität und Grundkampfkonzeption
Den Auftakt auf der Matte gestaltete Martin Drechsler, Landestrainer U15. Er stellte die Ausbildungsidentität des Nordrhein-Westfälischen Judoverbandes vor und ging insbesondere auf die Wichtigkeit einer vielseitigen Ausbildung ein.
Im Fokus stand dabei das Ineinandergreifen von drei zentralen Bausteinen:
- der Grundkampfkonzeption des Deutschen Judo-Bundes (DJB),
- der neuen Graduierungsordnung des DJB
- und den Jugendsonderregeln, die bundesweit einheitlich Anwendung finden.
Drechsler machte deutlich: Die Grundkampfkonzeption ist Teil der Rahmentrainingskonzeption des DJB und damit verbindlicher Ausbildungsinhalt für alle Trainerinnen und Trainer. Eine breite, vielseitige Grundausbildung ist die Basis für eine langfristige und erfolgreiche judospezifische Entwicklung.
Athletik als Fundament – Springen und Hüpfen
Im zweiten Teil übernahm Lino Ruppel, Athletiktrainer am Olympiastützpunkt Westfalen, das Programm. Auch er unterstrich die Bedeutung der Vielseitigkeit.
Er stellte die Übungsformen Hüpfen und Springen in den Vordergrund. Diese Übungen sind optimal, weil sie nur mit dem eigenen Körpergewicht arbeiten und den Körper bereits bei jungen Athletinnen und Athleten durch ein altersgerechtes Training optimal vorbereiten.
Beim Springen und Hüpfen wirkt das Drei- bis Zehnfache des eigenen Körpergewichts auf die Athletinnen und Athleten ein. Damit werden Sehnen, Bänder und Gelenkstrukturen sehr gut auf spätere, höhere Belastungen im Leistungssport vorbereitet.
Das Athletik-Programm des NWJV
Den dritten Programmpunkt gestaltete Johann Schmitz, Athletiktrainer. Er stellte das Athletikprogramm des Nordrhein-Westfälischen Judoverbandes vor.
Das Programm wurde von Miriam Roper, heute Vorständin Leistungssport des Deutschen Judo-Bundes, entwickelt. Johann Schmitz war seinerzeit Praktikant und ist heute Honorartrainer des NWJV.
Auch er betonte das optimale Zusammenspiel der Prehab-Übungen im Sinne einer vielseitigen Ausbildung. Die Übungen bereiten die Athletinnen und Athleten optimal auf die komplexen Anforderungen unserer Sportart Judo vor, helfen Disbalancen auszugleichen und ermöglichen nach Verletzungen eine schnelle Rückkehr auf die Judomatte.
Infight und enger Körperkontakt
Am Dienstag ging es mit Frank Urban, Landestrainer U21, weiter auf der Judomatte. Er ging auf die Wichtigkeit des engen Körperkontaktes und des Auskämpfens im Infight ein und zeigte verschiedene Lösungsmöglichkeiten für diese entscheidende Kampfdistanz auf.
Lösungen aus der Weltspitze
Im Anschluss übernahm Vahid Sarlak, Trainer des internationalen Refugee-Teams, die Matte. Er sammelt auf allen internationalen Wettkampf-Höhepunkten Erfahrungen an der Weltspitze und gab diese wertvollen Einblicke an die Teilnehmer weiter. Er ging ebenfalls auf Lösungsmöglichkeiten ein, die aktuell in der Weltspitze gefragt sind.
Intensiver Austausch
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich in Kleingruppen, in Einzelgesprächen und innerhalb der Gesamtgruppe optimal einbringen können und trugen mit ihrem Einsatz maßgeblich dazu bei, dass das Trainerseminar ein voller Erfolg wurde.
Fazit
Wir haben viele sehr gute Trainerinnen und Trainer. Die bereits vorhandenen Informationen, Ausbildungsinhalte und Konzepte sind frei zugänglich auf der Homepage des NWJV zu finden.
Dabei müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Entscheidend ist vielmehr, genauer hinzuschauen und zu verstehen, warum wir welche Inhalte trainieren, wann diese sinnvoll eingesetzt werden und welche motorischen, technischen und taktischen Fähigkeiten wir damit langfristig entwickeln möchten.
Der NWJV bedankt sich bei allen Referenten und den teilnehmenden Trainerinnen und Trainern für zwei lehrreiche Seminartage und den intensiven Austausch.




