< Landestrainer auf Achse!


28.09.20 11:02 Alter: 151 Tage
Von: Dr. Wolfgang Janko / Fotos: Gramsch


Restart der ID-Judokas

Inklusives Kata-Turnier in Essen


Wettkampfklasse II

Wettkampfklasse I

Eigentlich sollte am Wochenende das 12. Judo-Landesturnier von Special Olympics Nordrhein-Westfalen in der Sporthalle Essen-Kupferdreh mit 250 ID-Judokas stattfinden. Doch das Corona-Virus ließ auch diesen Wettbewerb, wie so viele andere in diesem Jahr, noch nicht zu. Immer noch zu gefährlich scheinen uns Kämpfe unserer ID-Judokas, gehören doch die meisten von ihnen zu einer Hoch-Risiko-Gruppe.

Dennoch sollte das SO-NRW-Turnier zu einem Neustart des ID-Judo werden, indem die geplanten Wettkämpfe durch ein Inklusives Kata-Turnier ersetzt wurden. Bei einer Kata wird nicht gegeneinander gekämpft, vielmehr demonstrieren zwei Judokas vorgegebene und festgelegte Bewegungsformen miteinander (Stand- oder Bodentechniken). Bei einer Inklusiven Kata repräsentiert der ID-Judoka grundsätzlich aktiv den Werfenden oder Haltenden (Tori), während sein nicht beeinträchtigter Partner (Uke) in einer passiven Funktion geworfen oder gehalten wird.

Für das Kata-Turnier hatten sich insgesamt acht Paare aus vier Vereinen gemeldet, die nach dem langen Lockdown bereit waren, den Turnierbetrieb wieder aufzunehmen. Der Kata-Wettbewerb wurde in zwei Wertungsgruppen durchgeführt, um den Teilnehmern möglichst gleiche Startbedingungen zu ermöglichen: Die motorisch weniger eingeschränkten Judokas der Wettkampfklasse I demonstrierten jeweils sechs Würfe (eine Gruppe der Nage-No-Kata), während die in ihren Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkteren Athleten jeweils fünf Haltegriffe (1. Stufe der Katame-No-Kata) zeigten.

Pünktlich um 12:00 Uhr erfolgte der Wettkampfstart in der von Arndt Holtsträter und seinem Team vom TV Kupferdreh hervorragend vorbereiteten Sporthalle. Als Kata-Wertungsrichter standen Martina Hück, Jörg Wolter und der Präsident des NWDK, Wilfried Marx, zur Verfügung.

Die acht Paare mussten ihre Kata-Demonstration in der Vorrunde jeweils zweimal aufführen. Im Modus „Best of two“ ging die jeweils beste Kata in die Wertung ein, so dass zunächst die beiden dritten Plätze festgelegt wurden. In der Finalrunde wurden nach dem gleichen Modus nochmals zwei Kata-Demonstrationen gezeigt. Erneut ging die beste Kata-Vorführung in die Wertung ein und entschied über Platz eins und zwei.

Nach dem langen Lockdown und den daraus resultierenden kurzen Trainingsmöglichkeiten war es erstaunlich, zu welchen Leistungen die ID-Judokas schon wieder in der Lage waren. Vor allem, wenn man bedenkt, wie schwierig und langwierig dieses Bewegungslernen für eingeschränkte Judokas ist. Auch waren die Wertungen der Kata-Demonstrationen eng beieinander, so dass nur geringe Punktabstände am Ende über die einzelnen Platzierungen entschieden.

Nach 150-minütiger Wettkampfzeit konnte pünktlich um 15:30 Uhr die Siegerehrung durchgeführt werden. Aus den Händen der SOD-Sprecherin Uta Deutschländer und dem 1. Vorsitzenden des TV Kupferdreh Jürgen Klein erhielten die Judokas die wohlverdienten Gold-, Silber- und Bronzemedaillen.

Einige Paare werden auch bei der noch in diesem Jahr stattfindenden Inklusiven Deutschen Kata-Meisterschaft am 7. November in Limburg antreten. Alle hoffen aber, dass das nächste SO-NRW-Turnier am 25. September 2021 in der gleichen Sporthalle wieder mit 250 ID-Judokas durchgeführt werden kann.


Ergebnisse WK II (Osae-komi-waza)
1. Bastian Wind/Mirco Meinecke, Budokan Hünxe, 270 Punkte
2. Julia Wardemann/Elke Klagus, Budokan Hünxe, 235 Punkte
3. Thorben von Kneten/Beate von Kneten, Budokan Hünxe, 220 Punkte
3. Jan Himmelbach/Irmgard Steinkamp, Budokan Hünxe, 220 Punkte

Ergebnisse WK I
1. Andreas Gramsch/Nina Völkel, Budokan Hünxe (Koshi-waza), 288 Punkte
2. Patrick Barendonk/Marius Billmann, Budokan Bocholt (Ashi-waza), 282 Punkte
3. Sabine Ruppin/Kim-Laura Plogmann, JC Osnabrück (Te-waza), 277 Punkte
3. Carina Niemeyer/Martin Tritt, DJK Dülmen (Koshi-waza), 268 Punkte