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27.04.16 11:00 Alter: 5 Jahre
Von: Dr. Wolfgang Janko / Fotos: Walter Gülden


Internationale Deutsche Meisterschaften für Menschen mit einer geistigen Behinderung

Inklusive Kata-Meisterschaft G-Judo


Im pfälzischen Speyer fanden die 16. Internationalen Deutschen Meisterschaften für Menschen mit einer geistigen Behinderung statt. Mit knapp über 100 Judokas aus ganz Deutschland, Holland und Österreich waren die IDEM G-Judo zahlenmäßig etwas schwächer besetzt als vor einem Jahr in Ludwigsburg.

Es gelang den motivierten Helfern von Judo Speyer unter der Leitung von Jürgen Albert mustergültige Meisterschaften zu organisieren, ohne zeitliche Brüche, lange Wartezeiten und vor allem ohne größere Verletzungen. Hier zeigte sich die Erfahrung der bewährten Helfer, denn der Bundesligist aus Speyer führt jedes Jahr mehrere Judo-Großveranstaltungen durch.

Seitdem auch Judokas mit einer geistigen Behinderung der Wettkampfklasse II an den Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaften teilnehmen dürfen, setzt sich der Trend des letzten Jahres fort: Bei der IDEM G-Judo gibt es immer mehr Judokas der Wettkampfklasse II, dafür aber immer weniger Judokas der leistungsstärkeren Wettkampfklasse I. Für die G-Judokas der Wettkampfklasse III wurde parallel ein Turnier durchgeführt, das sich inhaltlich und organisatorisch nicht von der IDEM unterschied. Pünktlich um 10:00 Uhr begann die Veranstaltung mit einer kleinen Eröffnungsfeier. Um 10:15 Uhr starteten bereits die ersten Kämpfe auf drei Wettkampfmatten.

Gekämpft wurde bei der IDEM G-Judo nicht in den sonst üblichen homogenen Gruppen mit vier bis sechs Teilnehmern, sondern in den DJB-Wettkampfklassen für Männer und Frauen.

In der Wettkampfklasse I der Männer konnte Andre Conen aus Leverkusen in der Klasse bis 73 kg seinen Titel auch gegen stärkste nationale und internationale Konkurrenz souverän  verteidigen. Gleiches gelang in der Klasse bis 81 kg Christian Brieler aus Hamm.

Bei den Frauen konnte Nordrhein-Westfalen in der Wettkampfklasse I vier Titel gewinnen: Während in der Klasse bis 48 kg Stefanie Bohn aus Düsseldorf, in der Klasse bis 52 kg Michaela Stutz aus Dülmen und in der Klasse bis 78 kg Sandra Kock aus Dülmen ihre Titel verteidigen konnten, gewann Jennifer Zucht aus Leverkusen erstmals die Klasse über 78 kg.

In der Wettkampfklasse II konnten die NRW–Athleten insgesamt fünf Meisterschaften gewinnen.

Bei den Frauen gewann Evin Celiktas aus Leverkusen die Klasse bis 44 kg und Stefanie Knopp, ebenfalls Leverkusen, sicher die Klasse bis 57 kg. Überraschend sicher konnte sich Linda Krasniqi aus Hünxe in der Klasse bis 70 kg durchsetzen und Internationale Deutsche Meisterin werden.

Bei den Männern gewannen Christoph Vriesen aus Bocholt (bis 81 kg) und Phil Taraschinski (plus 100 kg) souverän ihre Kämpfe und sicherten NRW damit die Titel zehn und elf.

Es zeigt sich, dass es den BRSNW-Leistungstrainern Walter Gülden und Frank Schuhknecht immer stärker gelingt, auch die Judokas der Wettkampfklasse II in das Leistungskonzept einzubinden.

Jetzt gilt es, das bisher so erfolgreiche NRW-Niveau weiter zu stabilisieren, um im nächsten Jahr noch erfolgreicher an den Internationalen G-Judomeisterschaften teilnehmen zu können, die  am 29. April 2017 in Grenzach-Wyhlen ausgetragen werden.



Am folgenden Tag wurde die erste Inklusive Deutsche Kata-Meisterschaft als Demonstrationswettbewerb durchgeführt. Grundlage waren die Techniken der offiziellen Nage-No-Kata. Die Teilnehmer konnten unter den fünf Wurfgruppen eine auswählen und diese demonstrieren. Dabei muss der bei der Kata aktive und die Würfe demonstrierende ein G-Judoka sein. Der Partner, der möglichst harmonisch und vor allem  technisch brillant geworfen werden soll, unterliegt keinerlei Beschränkungen. Mit Einführung dieses Wettbewerbs soll vor allem dem inklusiven Judogedanken und dem daraus resultierenden gemeinsamen Training von behinderten und  nicht behinderten Judoka Rechnung getragen werden.

Leider waren bei diesem ersten Deutschen Kata-Wettbewerb nur sechs Paare ausschließlich aus Nordrhein-Westfalen am Start. Da alle gemeldeten aktiven Kata-Teilnehmer zum einen der Wettkampfklasse I angehörten und zum anderen in der Stand-Kata (Nage-No-Kata) starteten, gab es in Speyer nur einen einzigen Wettbewerb. Die vier eingesetzten Wertungsrichter hatten keine leichte Aufgabe vor sich, denn die ersten drei Kata-Paare trennten am Ende nur wenige Punkte voneinander. Dabei bestätigte sich auch in Speyer das Ergebnis der Landesmeisterschaft von vor drei Wochen in Köln.

Michael Stutz und Marcel Mülder aus Dülmen gewannen mit hauchdünnem Vorsprung vor den Paaren Timo Karmasch/Stefan Klagus und Andreas Gramsch/Alexander Makrling, beide aus Hünxe.

Bereits im nächsten Jahr sollen im Rahmen einer ersten inklusiven Deutschen Kata-Meisterschaft die G-Judokas an den allgemeinen Kata-Meisterschaften teilnehmen.