< Bronze für Sarah Mäkelburg in Minsk

20.08.18 09:36 Alter: 156 Tage
Von: Wolfgang Janko


Höhentraining zur Vorbereitung auf die EM

1. ID-Europameisterschaften in London


Nicht einmal ein Jahr nach den ersten erfolgreichen ID-Judo-Weltmeisterschaften finden vom 22. bis 24. August 2018 bereits die ersten Judo-Europameisterschaften auf der Londoner Universitätssportanlage statt. Mit dabei sind auch 30 G-Judokas aus Deutschland, davon allein 20 aus NRW.

Fünf ausgewählte NRW-Judokas bekamen über den WM-Ausrichtungsverein VG-Projekt aus Köln die Möglichkeit, sich fast zwei Wochen bei einem intensiven Höhentraining im österreichischen Pfunds (Nord-Tirol) auf die ersten europäischen Titelkämpfe im ID-Judo vorzubereiten. Mit dabei waren die beiden ID-Judo-Weltmeister Andreas Gramsch und Timo Karmasch aus Hünxe sowie Patrick Barendonk (Budokan Bocholt), Bastian Wind (Budokan Hünxe) und Victor Gdowczok (Bushido Köln). Weiter an Bord waren noch fünf Trainer bzw. Betreuer für das „Mountain Adventure“.

Was der Verein VG-Projekt mit seinem ersten Vorsitzenden Klaus Gdowczok im tausend Meter hoch gelegenen Alpenörtchen Pfunds für die NRW-G-Judokas auf die Beine stellte, war außergewöhnlich und überwältigend. Ein solch ambitioniertes Angebot, gerade für Judokas mit einem Handicap, die ansonsten fast ausschließlich auf Sozialleistungen angewiesen sind, findet sich so schnell nicht wieder

Jeden Morgen ging es um Punkt 7:30 Uhr für alle Teilnehmer zum Schwimmtraining ins nahe gelegene Freibad bzw. zu einem Alpensee. Im Wasser konnten bereits erste Trainingselemente zu Ausdauer, Kraft und Koordination geübt werden. Täglich folgte ein äußerst abwechslungsreiches Trainingsprogramm. Besonders die intensiven und äußerst anspruchsvollen Höhenwanderungen bis auf 2.300 Meter brachten manchen Judoka an seine persönliche Leistungsgrenze. Aber auch das abwechslungsreiche Freizeitangebot mit Bogenschießen, Rafting, Reiten und Angeln forderte die Athleten besonders in den Fähigkeiten Aufmerksamkeit, Konzentration und Koordination. Für manch einen Judoka war es der erste Kontakt zu neuen Bewegungsformen und Sportarten.

Auch das Judo-Training kam in Pfunds nicht zu kurz. Eine 350 Jahre alte Scheune wurde kurzfristig mit Judomatten ausgelegt, so dass alle zwei Tage im möglicherweise ältesten Judo-Dojo der Welt trainiert werden konnte. Höhepunkt der EM-Vorbereitung war zweifellos das inklusive Judo-Training mit dem österreichischen Judo-Kader aus Nord-Tirol im Leistungszentrum Innsbruck. Ohne Berührungsängste trainierten G-Judokas und österreichische Kader-Athleten zwei Stunden intensiv miteinander. Abschließend zeigten sich die Nord-Tiroler Judokas beeindruckt von den technischen Fähigkeiten der NRW-Judokad und wünschten für die Europameisterschaften in London alles Gute und viel Erfolg.