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03.11.20 15:16 Alter: 162 Tage
Von: Angela Andree


Bundesweiter Aktionstag „Taiso“ in Hennef

Viertes Element im Judo


... setzt Akzente, um in Corona-Zeiten zwar kontaktlos, aber doch energievoll Körper und Geist zu trainieren.

Die richtigen Entscheidungen in Zeiten von Corona zu treffen, stellt nicht nur die Politik vor große Herausforderungen. Der Deutsche Judo-Bund (DJB) und der Nordrhein-Westfälische Judo-Verband (NWJV) trafen die Entscheidung, den ersten bundesweiten Aktionstag "Taiso" in der Sportschule Hennef unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln durchzuführen.

Gerade in Zeiten von Corona benötigen Vereine Ideen und Anregungen, um das Training kontaktfrei bzw. digital vernetzt zu gestalten. Mit diesem Ziel wurde der Aktionstag trotz des nahenden Lockdowns durchgeführt. Dabei wurden Räumlichkeiten gewählt, in denen auf Abstand die geplanten Vorträge und Praxis-Workshops gut durchführbar waren. Auch die Aufteilung der Diskussionsrunde in zwei Gruppen parallel zum Mittagessen fand guten Anklang.

Traditionelle japanische Bewegungsform

Mit dem Wissen, dass Taiso eine ideale Ergänzung für den Judoka bzw. das Judotraining ist, eröffnete der wie immer bestens gelaunte Alexander von der Groeben die Veranstaltung. Nach Grußworten durch den NWJV-Präsidenten und DJB-Vizepräsidenten Andreas Kleegräfe sowie DJB-Vizepräsident Carl Eschenauer, folgte das erste Impulsreferat. Wer bis dato noch nicht wusste, was ein Impulsreferat ist, wurde spätestens bei der Definition des Begriffs durch Alexander aufgeklärt. Jetzt gebührte es Erik Goertz, Impulsgeber von Taiso, die Gedanken von Taiso und die Implementierung als viertes Element im Judo zu erläutern. Wer Erik kennt, weiß wie impulsiv und begeisternd er vortragen kann, so dass am Ende nicht nur die Begriffsdefinition geklärt war, sondern vor allem warum sich Judokas und die Vereine mit Taiso beschäftigen müssen. Taiso als traditionelle japanische Bewegungsform gehört schon bei vielen Vereinen zum Trainingsalltag, so dass hier nicht Neues erfunden, sondern Bewährtes strukturiert und modernisiert werden muss.

Beibehalten einer guten Kraftfähigkeit

In dem nachfolgenden Vortrag von Wolfgang Dax-Romswinkel wurde deutlich, dass die Wurzeln von Taiso unmittelbar mit der Entwicklung von Judo in Zusammenhang stehen. Wolfgang gab einen sehr interessanten Einblick in die Judo-Geschichte und Philosophie - und damit auch in Taiso. Den Blick aus der Vergangenheit in die Gegenwart gaben im anschließenden Vortrag Dirk Mähler und Marcus Temming. Die Entwicklung und im Altersverlauf vor allem das Beibehalten einer guten Kraftfähigkeit ist für den Alltag unabdingbar. Eine gute Kraftfähigkeit schützt den gesamten Organismus - den aktiven genau wie den passiven Bewegungsapparat - und sollte regelmäßig trainiert werden. Taiso ist hier ein hervorragendes Trainingsmittel wie die im Anschluss an den Vortrag aufgezeigten Übungsformen mit dem Deuserband verdeutlichten.

Tolle Stimmung in den Workshops

In den zwei anschließenden Diskussionsrunden, die von Alexander moderiert wurden, kam es zu einem interessanten Austausch zwischen den Rednern, Referenten und dem Publikum. Nach der Mittagspause standen drei Workshop-Phasen zu jeweils drei unterschiedlichen Themen zur Auswahl. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Wahl zwischen „Taiso - á la France“ (Sarah Loko Gürschner), „Yoga & Judo“ (Nicole Riquier), „Tai sabaki“ (Wolfgang Dax-Romswinkel), „Taiso mit dem Judo-Gürtel“ (Michael Weyres), Vertiefung „Geschichte & Philosophie von Taiso“ (Wolfgang Dax-Romswinkel) sowie „Taiso - das Kommunikationskonzept!“. Einige Workshops wurden zweifach angeboten. In allen Workshops war eine tolle Stimmung, die Referenten waren bestens aufgelegt und gleiches galt für die teilnehmenden Judokas. Ein herzliches Dankeschön hierfür an Alle!

Weitere Aktionstage werden folgen, um Taiso als viertes Element fest in den Köpfen der Judokas und in den Vereinen zu verankern. Das Motto lautet: „Vom Taiso zum Judo und/oder vom Judo zum Taiso!“ Aktuell: "Trotz Corona - fit bleiben mit Taiso!“