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06.10.21 08:19 Alter: 10 Tage
Von: Angela Andree


Yamina Bouchibane und Stefan Oldenburg Ehrenamtler des Monats September

Erfolgreiche Judokas und erfolgreiche Trainer


Yamina Bouchibane und Stefan Oldenburg

Ihr Herz schlägt für Judo. Mit Yamina Bouchibane und Stefan Oldenburg möchten wir im Monat September zwei erfolgreiche Judokas auszeichnen, deren Herzen, manchmal „lauter“ als gewöhnlich, für Judo schlagen. Nach der erfolgreichen eigenen Judo-Karriere sind sowohl Yamina als auch Stefan dem Judosport als Trainer treu geblieben. Sie leben nicht nur Judo, sondern lieben den Sport auch.

Yamina Bouchibane, seit mehr als 40 Jahren im Judosport verankert, war als Jugendliche und Erwachsene im Landes- und Nationalkader. Neben dem Gewinn mehrerer Medaillen bei Deutschen Meisterschaften und internationalen Turnieren, war ihre Karriere leider immer auch von Verletzungen geprägt. So wurde sie beispielsweise im Jahre 1989 Deutsche Einzelmeisterin und riss sich gleich das Kreuzband. Trotzdem kämpfte sich Yamina immer wieder zurück und belegte vordere Plätze bei nationalen und internationen Turnieren und Meisterschaften.

Nach dem Ende ihrer Karriere war für Yamina relativ schnell klar, dass sie den Trainerberuf ausüben möchte. Beheimatet im Bonner Raum wollte Yamina bleiben und hat mit den SSF Bonn den Verein gefunden, in dem sie seit über 20 Jahren als Trainerin aktiv ist. An vier Tagen in der Woche trainiert sie erfolgreich verschiedene Kinder- und Jugendgruppen. An den Wochenenden ist sie zumeist auf Meisterschaften und Turnieren unterwegs. Zudem ist sie seit mehr als 20 Jahren Referentin im Nordrhein-Westfälischen Judo-Verband. Viele Vereinstrainerinnen und Vereinstrainer haben mindestens eine Aus- oder Fortbildung bei ihr absolviert.

Mit ihrem Lebenspartner Frank-Michael Günther, ebenfalls Judoka und Trainer bei den SSF Bonn, trainiert sie seit Jahren erfolgreich die Nachwuchsjudokas des Vereins. Vor der Covid-19-Pandemie gelang ihnen mit dem Gewinn des Deutschen Jugendpokals in der U 16 einer der größten Erfolge. Eigentlich klar, dass ihre vier Kinder - Naima, Soraya, Nouri und Salima - auch Judokas sind. Jüngst qualifizierten sich Naima und Soraya für die Deutschen Einzelmeisterschaften der Frauen und Männer und belegten hier einen guten fünften und neunten Platz. Nouri gewann bereits mit 14 Jahren die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften der Männer U 18 und Salima, die Jüngste im Hause, steht auch schon in den „Startlöchern“. Mit Malin Fischer, Lino Dello Russo und Jano Rübe hat der Verein bereits drei Judokas hervorgebracht, die bei Judo-Europameisterschaften gestartet sind, jüngst wurde Jano Fünfter bei der EM der Männer U 21.

Auch nach bald 50 Jahren hat Yamina nichts von ihrem Feuer und ihrer Leidenschaft für Judo verloren. Dass sie dabei an manchen Ecken anstösst, möge man ihr nachsehen. Halten wir es wie Chamfort: „Durch die Leidenschaften lebt der Mensch; durch die Vernunft existiert er bloß.“ Yamina, wir mögen dich so wie du bist, behalte dir deine Leidenschaft und dein Feuer für den Judosport!

Stefan Oldenburg, 33 Jahre jung, ist ebenfalls ein Judoka durch und durch. „Einmal Wittener, immer Wittener“ sagte er im letzten Jahr bei der Auszeichnung zum Ehrenamtler des Jahres des Kreissportbundes Ennepe-Ruhr. Stefan gewann Medaillen bei Deutschen Einzelmeisterschaften in der Jugend, als Junior und Erwachsener. Dazu kamen Erfolge bei internationalen und europäischen Universitäts-Meisterschaften, u.a. gewann er dort dreimal die Bronzemedaille.

Als „Mister Bundesliga“ war er lange Jahre das Gesicht der Bundesligamannschaft der SUA Witten. In Witten aufgewachsenen und im Verein groß geworden, war es für Stefan eine Ehrensache sich im Verein zu engagieren. Schon früh begann er, parallel zu seinem eigenen Training, Kinder und Jugendliche zu trainieren und für Judo zu begeistern. Wie Yamina ist auch Stefan an drei bis vier Tagen in der Woche auf der Judomatte zu finden. Oftmals hat der Sport- und Erdkundelehrer nur wenig Zeit zwischen Schulende und Trainingsbeginn, denn aktuell trainiert er nicht nur erfolgreich den Nachwuchskader, sondern betreut zusammen mit Marcel Haupt auch die Bundesligamannschaft der Männer.

Umso schöner, dass zwei Wittener Judokas bei den Deutschen Einzelmeisterschaften der Frauen und Männer auf den vorderen Plätzen landeten: Alessio Murrone wurde Deutscher Vizemeister und Jonas Schreiber gewann die Bronzemedaille. Wie Yamina ist auch Stefan seit vielen Jahren für den NWJV als Referent im Einsatz. Zudem kümmert er sich im Vorstand der SUA Witten um die Belange des Sports.

Stefan ist die Begeisterung für den Judosport anzusehen. Er steckt sich selbst sportliche Ziele und trainiert regelmäßig. Sein jüngster Erfolg ist der Titel bei den Westdeutschen Meisterschaften, wo er sich gegen die deutlich jüngere Konkurrenz durchsetzen konnte. Wir werden Stefan sicher noch bei den Ü30-Meisterschaften sehen, denn die Lust aufs Kämpfen brennt weiterhin in seinem Herzen. Danke Stefan, dass du diese Begeisterung für den Sport hast und zeigst! Behalte sie dir und begeistere uns weiterhin mit deiner Leidenschaft, denn „Begeisterungsfähigkeit ist die bestbezahlte Eigenschaft der Welt“ (Zitat Frank Bettger).

 

  
Mit der neu geschaffenen Auszeichnung „Ehrenamtler des Monats“ zeichnet der Nordrhein-Westfälische Judo-Verband in 2021 ein Jahr lang jeden Monat besonders für den NWJV engagierte Judokas aus. Die Auszeichnung erfolgt in verschiedenen Kategorien und wird vom NWJV-Präsidium in Abstimmung mit dem Verbandsausschuss getroffen.

Anmerkung: Die für das Jahr 2020 vorgesehenen Ehrungen „50 Jahre Judo - Judo ein Leben lang“ werden im Laufe des Jahres 2021 nachgeholt. Bei Rückfragen: Angela Andree, E-Mail: angela.andree@nwjv.de oder Tel.: 0203 7381-627.