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07.10.19 11:37 Alter: 13 Tage
Von: Dr. Wolfgang Janko


EM-Vorbereitung mit Frank Wieneke

ID-Europameisterschaften in Köln


Am 19. und 20. Oktober finden in der Kölner ASV-Sporthalle die 2. Europameisterschaften für Judokas mit einer geistigen Behinderung (ID-Judo) statt. Unter den angemeldeten 120 Teilnehmern aus 15 Nationen befinden sind  auch 30 Judokas aus Nordrhein-Westfalen. Die hohe Zahl der NRW-Athleten ist nicht überraschend, denn mit Unterstützung des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes (BRSNW) konnte schon vor vielen Jahren ein Landeskader aufgebaut werden, in dem die stärksten ID-Athleten regelmäßig gemeinsam trainieren.

Zur Vorbereitung auf die kommenden Europameisterschaften gab es ein besonderes Highlight. Dem Vorsitzenden von VG-Projekt aus Köln, Klaus Gdowczok, war es gelungen,  den Olympiasieger von 1984 und ehemaligen Bundestrainer Frank Wieneke für einen zweitägigen Lehrgang in der Judohalle von Bushido Köln zu gewinnen.

Dieses einmalige Trainingsangebot nahmen fast alle ID-Kader-Athleten und auch solche, die es noch werden wollen, gerne an, denn nur selten haben unsere Judokas die Möglichkeit, bei einem ehemaligen Weltklasse-Judoka zu trainieren. Gemeinsam absolvierten sie drei zweistündige intensive und abwechslungsreiche  Trainingseinheiten. Frank vermittelte nach einem umfangreichen Aufwärmtraining wettkampfnahe Techniken, die alle ID-Athleten nachvollziehen und trainieren konnten. Immer wieder gab es kleine Technikdemonstrationen, so dass alle ID-Judokas ihre Übungen ständig verbessern konnten.

Während des Lehrgangs erarbeiteten sich alle ID-Judokas zumindest eine Wurftechnik nach vorne und auch nach hinten, so dass sie ihre Wettkampf- und Angriffstechniken flexibler gestalten können und für ihre Gegner schwerer einzuschätzen sind. In der Bodenlage wurden besonders die Schlüsseltechnik des Judo, das Umdrehen von der Bauchlage in einen Haltegriff, variabel und abwechslungsreich geübt. Immer wieder war Frank bereit, kleine Tricks und Hilfen für den Wettkampf und für das Training zu verraten. Einen großen Raum nahmen natürlich viele Übungskämpfe im Stand und in der Bodenlage ein.

Die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Da die drei Übungseinheiten aber auch eine gewisse Belastung erforderten, waren alle ID-Judokas am Ende der jeweiligen Trainingseinheiten ganz schön abgekämpft. VG-Projekt hatte aber für ausreichend Verpflegung gesorgt, so dass die Voraussetzungen für notwendige körperliche Regeneration bestens gegeben waren.