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21.10.22 09:51 Alter: 45 Tage
Von: Frank Beyersdorf


Dan-Tage 2022: Das nächste Level ist erreicht!

Zwei erfolgreiche Tage in Köln. Über 120 Schwarzgurte auf der Matte.


Die Möglichkeit an den Dan-Tagen teilzunehmen fand bei den Judoka aus Nordrhein-Westfalen großen Anklang. Aber auch aus Hamburg und Niedersachen waren Judoka ins Bundesleistungszentrum nach Köln angereist. Dabei lockten zahlreiche Highlights mit Größen des Judosports.

Zusammen mit dem Nordrhein-Westfälischen Judoverband (NWJV) organisierte das NWDK zum ersten Mal die Dan-Tage, um einen weiteren Höhepunkt im Judojahr zu schaffen und möglichst viele Dan-Träger mit den unterschiedlichsten Seiten des Sports zu begeistern. „Das ist uns auf jeden Fall gelungen“, freut sich NWDK-Präsident Wilfried Marx über die gelungene Veranstaltung. 

Bereits am Freitag reisten die ersten Teilnehmer an und am Abend wurde nach dem Essen viel über Judo gesprochen und mit Filmen von alten Meisterschaften und Trainings in Erinnerungen geschwelgt.

„Der Anreiz ein hochqualifiziertes Referenten-Team auf der Matte zu erleben ist hoch“ erklärt Marx, „darunter waren schließlich auch Namen wie Olympiasieger Frank Wieneke, der Judo-Graf Alexander von der Groeben und der ehemalige Nationalkader-Athlet Marc Odenthal.“  Dazu kamen dann noch weitere klangvolle Namen bei den Referenten wie Peter Frese und Uli Klocke.

Am Samstag war die Matte offen für alle Dan-Grade. Mit einem interessanten Programm auf zwei verschiedenen Matten konnten sich die Teilnehmer ihre persönlichen Highlights auswählen. Dabei waren viele Aspekte des Judo abgedeckt. Das konnte zum einen die Methodik des Fallens oder des Werfens ohne hart zu fallen z.B. für Ältere sein oder auch die Individuelle Kampf-Konzeption für Wettkampforientierte sein. Oder man konnte sich mit der Methodik der Fußfeger auseinandersetzen oder sich mit vergessenen Judo-Techniken befassen. Ein sehr breites Spektrum, dass von hochrangigen Referenten gezeigt wurde: Peter Frese und Frank Wieneke (beide 8. Dan) genauso wie Uli Klocke (7. Dan) und Marc Odenthal. Claudia Pusa, Bundestrainer der Frauen, der direkt von der WM in Taschkent nach Köln gekommen war, sprang für Peter Frese ein, der für die Nachmittagseinheit kurzfristig verhindert war. In der Pause zwischen den Einheiten zeigten Yusuf Arslan und Sergio Sessini aus dem NWDK-Kata-Team eine Naga no kata der Spitzenklasse. 

Zum Abschluss des ersten Tages gab es noch eine Diskussionsrunde unter dem Thema ‚Judo trifft Tradition und Moderne‘. Dabei waren auf dem Podium mit Uli Klocke, Alexander van der Groeben, Frank Wieneke und Marc Odenthal Judoka mit zahlreichen Erfolgen aus den letzten Jahrzehnten vertreten. Aus dem Zuschauerkreis kamen zahlreiche Fragen, die von den Diskutierenden aufgenommen und ausgiebig beantwortet wurden. Einen breiten Raum nahm auch die Situation der Vereine und Mitglieder in diesen speziellen Zeiten ein. Anschließend traf man sich bei einem Grillabend zum Austausch und zum fachsimpeln.

Der Sonntag war den hohen Dan-Grade vorbehalten. Es waren zwanzig Teilnehmer mit dem 6. Dan oder höher auf der Matte, darunter auch echte "Urgesteine" des Judo in NRW. Alle waren mit Feuereifer bei der Sache und die Themen waren hochinteressant: Wettkampftaugliche Bodentechniken mit Marc Odenthal, Eindrehtechniken um 180 Grad mit Peter Frese, Griffkampf für Jedermann mit Frank Wieneke und Haltegriffe des Kodokan mit Uli Klocke. Zwischen den Einheiten gab es dann noch eine Demonstration der Koshiki no kata von Peter Wibberg und Sebastian Neuhaus aus der Kata-Nationalmannschaft.

Das gesamte Referenten-Team hat sich richtig ins Zeug gelegt und wurde hervorragend von Landeslehrwart José Perreira moderiert. Die Teilnehmer waren begeistert. Aber auch die Referenten waren begeistert von dem Eifer und der Freude der Teilnehmer. „Alle waren mit so viel Engagement bei der Sache“, blickt Wilfried Marx auf die insgesamt zwei Tage zurück „Es war kräftezehrend, hat aber gleichzeitig viel Spaß gemacht.“
Voll ins Schwarze getroffen, könnte die Veranstaltung zu einer beliebten Tradition werden.

Fotos: Wolfgang Thies / Frank Beyersdorf