Jahresbericht 2025 Kampfrichterwesen

Im vergangenen Wettkampfjahr haben alle Kampfrichterinnen und Kampfrichter auf sämtlichen Ebenen durch ihre hohe Motivation und ihren engagierten Einsatz maßgeblich zum reibungslosen Ablauf der Veranstaltungen beigetragen. Dafür gebührt ihnen unser besonderer Dank. Ein großer und ausdrücklicher Dank gilt zudem den Mitgliedern der Kommission sowie allen Bezirks- und Kreisreferentinnen und -referenten für die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die das Fundament für die erfolgreiche Arbeit im Ressort bildet.

Auf allen Ebenen konnten im Berichtszeitraum neue Lizenzstufen erreicht werden, darunter auch eine kontinentale Lizenz, zwei Bundes-A- sowie drei Bundes-B-Lizenzen. Diese Entwicklung unterstreicht die hohe Motivation der Kampfrichtenden und ist ein Beleg für die qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung der Kampfrichterinnen und Kampfrichter im NWJV.

Alle geplanten Maßnahmen auf Landes- und Gruppenebene im Turnier- sowie Ligabereich konnten besetzt und auf hohem Niveau durchgeführt werden. Herausfordernd waren dabei gelegentlich Mehrfachbesetzungen von Maßnahmen an einzelnen Wochenenden. Dank der hohen Einsatzbereitschaft und Flexibilität vieler Kolleginnen und Kollegen konnten diese Herausforderungen jedoch erfolgreich gemeistert werden. Vorausblickend wurde und wird hier gemeinsam mit den zuständigen Ressorts konstruktiv an Vermeidungen oder Reduzierungen solcher Belastungsspitzen gearbeitet, wo dies möglich ist. Auch dafür herzlichen Dank!

Die Kampfrichterinnen und Kampfrichter des NWJV wurden auch in vergangenen Jahr gerne und zahlreich zu hochrangigen internationalen und nationalen Veranstaltungen im In- und Ausland eingeladen. Dort konnten sie durchweg ihre hohe Qualität und Professionalität unter Beweis stellen und das positive Ansehen des NWJV weiter stärken.

Erfreulich war die Fortsetzung und der Ausbau der Zusammenarbeit mit dem niederländischen Verband. So konnten erneut niederländische Kolleginnen und Kollegen auf NWJV-Maßnahmen begrüßt werden und im Gegenzug NWJV-Kampfrichtende wertvolle Erfahrungen auf Turnieren in den Niederlanden sammeln. Diese Kooperation wird von beiden Seiten sehr geschätzt und soll weiterhin intensiviert werden. Auch die Zusammenarbeit mit belgischen Vereinen gestaltete sich im zurückliegenden Jahr erneut sehr erfolgreich.

Gleichzeitig stellte das Besetzen und Durchführen einiger Kreis- und Bezirksmaßnahmen erneut eine besondere Herausforderung dar. Hier gilt es, weiterhin gemeinsam die Anstrengungen hochzuhalten und an Lösungen zu arbeiten, um eine nachhaltige Besetzung sicherzustellen.

Ein wichtiges Thema, das künftig noch stärker angegangen werden sollte, ist die gegenseitige Wahrung und Pflege der Judowerte vor, während und nach den Maßnahmen. Leider ist im vergangenen Jahr auch zu beobachten gewesen, dass der Ton gegenüber Kampfrichterinnen und Kampfrichtern zuweilen rauer und persönlicher geworden ist. Unterschiedliche Wahrnehmungen von Judoszenen wird es immer geben – das gehört zum Sport dazu. Dennoch darf dies keinesfalls zu einem Umgang führen, bei dem die Judowerte wie Respekt und Höflichkeit missachtet oder gar mit Füßen getreten werden. Hier ist es wichtig, dass alle Beteiligten weiterhin auf einen fairen und respektvollen Umgang miteinander achten.

Diesbezüglich benötigen insbesondere junge Kampfrichterinnen und Kampfrichter die Möglichkeit, sich zum Beispiel auf Kreismaßnahmen in ihrer Rolle zu entwickeln – dazu gehören auch gelegentliche Fehler und Fehlentscheidungen als Teil des Lernprozesses. Intoleranz und persönliche, verbale Angriffe einiger Weniger (darunter leider vermehrt Elternteile) sind in diesem Zusammenhang nicht förderlich und führen dazu, dass junge Kolleginnen und Kollegen abgeschreckt werden und sich nicht mehr für weitere Turniere als Kampfrichtende melden. Hier ist die gesamte Judogemeinschaft gefordert, ein respektvolles und unterstützendes Miteinander zu fördern. Dann wird es gelingen, mehr junge Kampfrichtende zu gewinnen und auch zu halten.

Gleichzeitig werden alle Kampfrichterinnen und Kampfrichter darin bestärkt, wo immer möglich den sachlichen und konstruktiven Dialog mit der gesamten Judogemeinschaft (AthletInnen, TrainerInnen, BetreuerInnen) zu suchen und auch andere Perspektiven anzuerkennen, um daraus zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Alle Kampfrichtenden freuen sich auf ein spannendes und erfolgreiches Judojahr 2026 in der NWJV-Judofamilie.

Christian Freese