ID-Judoka aus Essen und Leverkusen gewinnen Schulmeisterschaft

Erstellt von Wolfgang Janko | |   Behindertensport

Titelkampf der Förderschulen

In der Sportschule Duisburg-Wedau fanden die 20. Landesmeisterschaften der Förderschulen für geistige Entwicklung (ID-Judo) statt. Diese Veranstaltung ist nach wie vor einmalig in Deutschland und findet seit Einführung 2005 jedes Jahr, mit Ausnahme der Corona-Jahre 2021 und 2022, Ende Januar/Anfang Februar in Duisburg statt. Zu dem Turnier hatten sich in diesem Jahr neun Jungen- und vier Mädchenmannschaften gemeldet. Eine Mädchenmannschaft musste aufgrund der grassierenden Grippewelle die Teilnahme leider absagen.

Trotz des widrigen Winterwetters mit Schneefall und glatten Straßen fanden sich alle gemeldeten Mannschaften doch zum Turnier ein, so dass es pünktlich starten konnte: Die Schulmeisterschaft findet als Mannschaftswettbewerb, getrennt nach Jungen und Mädchen, statt. Die Mannschaften bestehen aus jeweils fünf Kämpfern in den Gewichtsklassen –50, -60, -70, -80 und +80 kg bei den Jungen und -40, –50, -60, -70 und +70 kg bei den Mädchen. Die relativ großen Abstände innerhalb der Gewichtsklassen ermöglichen die Teilnahme aller Schülerjahrgänge, so dass sowohl die jüngeren Kinder in den unteren und die älteren Schüler in den oberen Gewichtsklassen zur Mannschaft gehören können.

Die vier gemeldeten Mädchenmannschaften kämpften im Pool, jede gegen jede. Die Kämpfe waren weitgehend ausgeglichen. Im entscheidenden Poolkampf um die Landesmeisterschaft konnten die Mädchen aus Essen mit einem 3:2-Sieg gegen das Leverkusener Team den Titel für das Jahr 2026 erringen.

Die neun Jungenmannschaften, die sich zur Schulmeisterschaft gemeldet hatten, kämpften in zwei Gruppen „Jeder gegen jeden“. In der Gruppe A setzte sich die Tetraeder-Schule aus Bottrop mit vier klaren Siegen durch und erreichte als Gruppenerste das Finale vor den Jungen aus Wuppertal und Grevenbroich. In der Gruppe B dominierten die Schüler aus Leverkusen und Essen mit deutlichen Siegen gegen die Zweitmannschaften aus Wuppertal und Grevenbroich. Im Kampf um den Gruppensieg konnte das Team aus Leverkusen überraschend den Vorjahressieger aus Essen mit einem knappen 3:2 besiegen und das Finale erreichen.

Im Endkampf standen sich somit die Tetraeder-Schule aus Bottrop und die Hugo-Kückelhaus-Schule aus Leverkusen gegenüber. Die Bottroper Schüler hatten in den Gruppenkämpfen den stärkeren Eindruck hinterlassen und gingen im Finale auch sehr schnell mit 2:0 in Führung. Aber Leverkusen konterte, konnte die letzten drei Kämpfe alle vorzeitig mit Ippon gewinnen und am Ende doch die Landesmeisterschaft der Jungen der NRW-Förderschulen gewinnen.

Zum Schluss gab es für alle Schüler Medaillen und Urkunden. Diese wurden überreicht vom ID-Landestrainer Frank Schuhknecht und NWJV-Mitarbeiterin Carina Hagen. Die Siegermannschaften aus Leverkusen und Essen erhielten außerdem Ehrenpokale des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Nordrhein-Westfalen. Damit ging, auch dank der kompetenten Kampfrichter, eine erfolgreiche Schullandesmeisterschaft im ID-Judo zu Ende, die nach wie vor die einzige Veranstaltung dieser Art in Deutschland ist.

Der anwesende NRW-Landestrainer Frank Schuhknecht zeigte sich beeindruckt von den Leistungen der Schülerinnen und Schüler und konnte so manches Talent für den nordrhein-westfälischen ID-Kader entdecken. Vielleicht schaffen einige begabte Judoka demnächst den Sprung in den Kader.

Ergebnisse

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Fotos: Erik Gruhn