Europameisterschaften U21: Fünfter Platz für Nina Güth
Titelkämpfe in Podgorica
Nina Güth vom JC 71 Düsseldorf erkämpfte am ersten Tag der Europameisterschaften der U21 in Podgorica (Montenegro) in der Klasse bis 52 kg einen fünften Platz. Im "kleinen Finale" war die 20-jährige Düsseldorferin gegen die Französin Alicia Marques aus Frankreich chancenlos. Der O-soto-gari-Ansatz von Marques beendete den Kampf bereits nach 16 Sekunden.
Nina Güth gewann in der ersten Runde gegen Katsiaryna Vishniak aus Weißrussland durch Wazaari-Wertung für einen wunderschönen Uchi-mata. Im Achtelfinale beendete sie den Kampf gegen India Serafini aus Italien nach Wazaari-Wertung für Uchi-mata durch einen Haltegriff. Das Viertelfinale gegen Alyssia Poulange aus Frankreich ging nach 2:20 Minuten durch Haltegriff verloren. In der Trostrunde geriet Güth gegen Laurine Gashi aus dem Kosovo mit Yuko in Rückstand, konnte diesen aber wieder ausgleichen. Damit ging es in die Verlängerung. Nach 8:49 Minuten Gesamt-Kampfzeit siegte die Düsseldorferin durch Haltegriff. Im nächsten Kampf der Trostrunde gegen Barbara Twarowska aus Polen musste sie schon nach einer halben Minute einen Wazaari-Rückstand hinnehmen. In der letzten halben Minute der regulären Kampfzeit gelang ihr durch Sumi-gaeshi der Ausgleich, der in einen Ippon umgewandelt wurde.
Klara Erten von der Sport-Union Annen startete in der Klasse bis 52 kg an Nummer eins gesetzt im Achtelfinale gegen Alice Bersellini aus Italien in den Wettbewerb. Nach einem ausgeglichenen Kampf ohne Wertungen fiel die Entscheidung in der Verlängerung durch die dritte Shido-Bestrafung für Bersellini. Im Viertelfinale konterte Valeriia Kozlova aus Russland bereits nach 30 Sekunden den Uchi-mata-Ansatz von Erten mit einem Sumi-otoshi und erhielt Ippon. In der Trostrunde fand die Wittenerin gegen Libi Becker aus Israel kein Mittel, unterlag mit Wazaari-Wertung und belegte damit einen neunten Platz.
Der zweite Wettkampftag
Am Freitag gehen vier NWJV-Judoka bei den Europameisterschaften an den Start.
Katharina Kaiser vom JC 71 Düsseldorf hat in diesem Jahr den Schritt in die U 21 eindrucksvoll gemeistert. Die erst 18-Jährige konnte sich bereits in ihrer ersten vollständigen Saison bei den Juniorinnen in der Gewichtsklasse bis 63 kg international in Szene setzen und mit mehreren starken Ergebnissen auf sich aufmerksam machen. Ein erstes großes Ausrufezeichen setzte sie beim European-Cup in Istanbul. Nach mehreren Siegen kämpfte sie sich bis in die Finalrunde vor und sicherte sich am Ende die Bronzemedaille. Dabei gelangen ihr in der Trostrunde weitere wichtige Siege gegen internationale Konkurrenz.
Noch stärker präsentierte sie sich wenige Wochen später beim Heim-European-Cup in Berlin. Mit vier Siegen in Folge erreichte Katharina das Finale der mit zahlreichen internationalen Spitzenathletinnen besetzten Gewichtsklasse. Erst dort musste sie sich der Französin Manon Agati-Alouache geschlagen geben und gewann damit Silber. Der zweite Platz in Berlin stellt bislang den größten Erfolg in ihrer noch jungen U 21-Laufbahn dar. Mit den Medaillen in Istanbul und Berlin hat Katharina innerhalb kurzer Zeit gezeigt, dass sie bereits im ersten U 21-Jahr mit der europäischen Spitze mithalten kann. Ihre Entwicklung im Verlauf der Saison macht sie zu einer Athletin, der auch bei den kommenden internationalen Höhepunkten einiges zuzutrauen ist.
Sveyarike Konrad vom TSV Bayer 04 Leverkusen hat sich in dieser Saison mit konstant starken Leistungen endgültig in der europäischen Spitze der U 21 etabliert. Über die gesamte Qualifikationsserie hinweg konnte sie sich bei mehreren European-Cups weit nach vorne kämpfen und ihre Leistungen im Saisonverlauf noch einmal steigern. Bereits beim European-Cup in Lignano siegte die junge Deutsche und setze mit ihrem Sieg über die Weltranglistenerste Dilaria Tsurkan ein Ausrufezeichen. Beim EC in Istanbul erreichte sie nach einer starken Turnierleistung das Finale. Dort musste sie sich zwar Aishat Alieva geschlagen geben, glänzte aber mit der Silbermedaille. Beim Heim-European-Cup in Berlin bestätigte sie dieses Ergebnis. Nach dem Viertelfinal-Aus kämpfte sie sich über die Trostrunde zurück und sicherte sich im Kampf um Bronze ihre nächste internationale Medaille.
Einen Höhepunkt ihrer Saison setzte Sveyarike schließlich beim European-Cup in Skopje. Dort gewann sie ihre Kämpfe bis ins Finale und setzte sich auch im entscheidenden Duell gegen die Italienerin Giorgia Frosoni durch. Mit dem Turniersieg krönte sie eine Qualifikationsserie, in der sie bei vier wichtigen European-Cups jeweils auf dem Podium stand. Mit Silber in Istanbul, Bronze in Berlin und Gold in Lignano und Skopje hat Sveyarike ihre internationale Klasse mehrfach unter Beweis gestellt. Durch diese Konstanz und ihre zuletzt gezeigte Form bringt sie sehr gute Voraussetzungen mit, um auch bei der Europameisterschaft in der stark besetzten Gewichtsklasse bis 63 kg eine gute Rolle zu spielen.
Josef Ivtchenko gehört in der Gewichtsklasse bis 73 kg seit mehreren Jahren zu den stärksten deutschen Nachwuchsathleten. Auch in seinem letzten U 21-Jahr konnte der Judoka der SSF Bonn seine nationale und internationale Konkurrenzfähigkeit erneut unter Beweis stellen. Bei den Deutschen Meisterschaften der U 21 in Potsdam kämpfte sich Josef bis ins Finale vor und sicherte sich dort die Silbermedaille. Damit bestätigte er bereits zu Beginn der Saison seine Position in der deutschen Spitze dieser stark besetzten Gewichtsklasse. Auch bei den anschließenden internationalen Qualifikationsturnieren zeigte Josef konstant gute Leistungen.
Beim European-Cup in Graz erreichte er in einem außergewöhnlich großen Teilnehmerfeld von rund 90 Athleten den siebten Platz. Beim Heim-European-Cup in Berlin kämpfte er sich nach einer Niederlage in der Hauptrunde mit mehreren Siegen durch die Trostrunde und konnte erneut wichtige internationale Punkte und Erfahrungen sammeln. Beim abschließenden European-Cup in Skopje zeigte Josef erneut, dass er auch in großen internationalen Feldern weit nach vorne kämpfen kann. Nach zwei Siegen und einer Niederlage im Achtelfinale erreichte er die Trostrunde, in der er einen weiteren Kampf für sich entscheiden konnte. Mit seiner großen internationalen Erfahrung und seiner über die gesamte Saison gezeigten Konstanz hat sich Josef erneut für die Europameisterschaft empfohlen. Gerade in der traditionell sehr stark besetzten Gewichtsklasse bis 73 kg bringt er die notwendige Wettkampferfahrung mit, um auch bei einem internationalen Jahreshöhepunkt für gute Ergebnisse sorgen zu können.
Kirill Gau vom 1. JC Mönchengladbach) hat in seinem ersten U 21-Jahr eine bemerkenswerte Entwicklung genommen und sich innerhalb weniger Monate sowohl national als auch international in der Gewichtsklasse bis 81 kg etabliert. Der erst 18-Jährige gehört damit zu den jüngsten Athleten des deutschen EM-Aufgebots. Bereits bei den Deutschen Meisterschaften der U 21 in Potsdam setzte Kirill ein erstes deutliches Ausrufezeichen. Dort kämpfte er sich bis ins Finale vor und sicherte sich mit dem Titel des Deutschen Meisters einen optimalen Start in seine erste Saison bei den Junioren.
Dass dieser Erfolg kein Einzelergebnis bleiben sollte, zeigte sich kurz darauf auch auf internationaler Ebene. Beim European-Cup in Lignano erkämpfte Kirill die Bronzemedaille und feierte damit bereits früh in der Saison seinen ersten Podestplatz bei einem Junior European Cup. Beim stark besetzten Heim-European-Cup in Berlin erreichte er anschließend das Viertelfinale und sammelte weitere wichtige Erfahrungen gegen internationale Spitzenathleten. Beim letzten European-Cup in Skopje gelang Kirill schließlich erneut der Sprung auf das Podium. Nach Siegen unter anderem gegen Alexander Marlov aus Schweden kämpfte er sich bis ins Halbfinale vor. Dort musste er sich Anton Dubovik geschlagen geben, gewann anschließend jedoch den Kampf um Bronze gegen den Kanadier Artem Neyolov und sicherte sich damit seine zweite European-Cup-Medaille der Saison.
Mit dem deutschen Meistertitel sowie zwei internationalen Bronzemedaillen hat Kirill bereits in seinem ersten U 21-Jahr eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. Seine Entwicklung im Laufe der Saison und insbesondere die zuletzt gezeigte Leistung in Skopje machen ihn zu einem interessanten Athleten für die Europameisterschaft und zugleich für die kommenden Jahre in der U 21.
Zeitplan:
Freitag, 4. September 2026
Frauen -63, -70 kg
Männer -73, -81 kg
Beginn der Vorrunde um 9:30 Uhr
Finalblock um 16:00 Uhe
Samstag, 5. September 2026
Frauen -78, +78 kg
Männer -90, -100, +100 kg
Beginn der Vorrunde um 10:30 Uhr
Finalblock um 16:00 Uhr
Sonntag, 6. September 2026
Mixed Teams
Beginn der Vorrunde um 10:30 Uhr
Finalblock um 15:00 Uhr
Livestream, Ergebnisse und Wettkampflisten
https://judotv.com/competitions/eju_jun2026/
Mixed Team
https://judotv.com/competitions/eju_jun_teams2026/

