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24.06.19 14:00 Alter: 113 Tage
Von: Dr. Wolfgang Janko / Fotos: Jürgen Gramsch


Erfrischender Kampfgeist und ausgefeilte Techniken

3. Landessportfest von Special Olympics NRW


Die Landesspiele von Special Olympics NRW wurden in diesem Jahr gemeinsam mit dem NRW-Landesturnfest als größtes inklusives Sportevent Deutschlands in Hamm durchgeführt. Über 1.000 Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung nahmen in 13 Sportarten an den Wettbewerben teil. Dazu kamen noch einmal rund 5.000 Turner, so dass insgesamt etwa 9.000 Sportler, Trainer und Helfer bei der viertägigen Veranstaltung zusammenkamen. Zusätzlich gab es ein buntes Rahmenprogramm mit einer großen Eröffnungsfeier mit olympischem Zeremoniell, einem Gesundheitsprogramm, einem Mitmach-Angebot, einer Athletendisco und vielem mehr.

Die Judowettbewerbe, zu denen sich 92 Judokas aus elf Vereinen bzw. Institutionen aus NRW gemeldet hatten, fanden im Zentrum der Spiele, in der Sporthalle der Friedensschule statt. Dank der Kooperationspartner, der Judoabteilungen von Pelkum-Herringen und SvVg Hamm mit ihren vielen Helfern, fanden die Judokas tolle Wettkampfbedingungen und jederzeit fachkundige Unterstützung vor, sowohl bei den gesamten Vorbereitungen als auch bei der Durchführung der viertägigen Judo-Veranstaltung.

Die Judowettbewerbe begannen mit einem gemeinsamen Judo-Training unter der Leitung von Andreas Kiechle. Hier gab es erste Kennenlernspiele für die Judo-Teilnehmer, aber auch Übungen zur Koordination und Kondition.

Am zweiten Tag stand für die ID-Judokas ein „Skill-Test“, in welchem die Einstufung in den entsprechenden Level der Wettkampfklasse überprüft wurde, auf dem Programm. Unter Berücksichtigung der ermittelten Punktewerte und der Einschätzung durch die jeweiligen Trainer wurden die einzelnen Judokas dann der Wettkampfklasse I (Judokas mit leichtem Handicap), Wettkampfklasse II (Judokas mit mittlerem Handicap) oder der Wettkampfklasse  III (Judokas mit schwererem Handicap) zugeordnet.

Gekämpft wurde am dritten Tag der Landesspiele in den Wettkampfklassen II und III. Es gab spannende und hochklassige Kämpfe, bei denen sich häufig die anwesenden Kaderathleten durchsetzen konnten. Aber auch vielversprechende Nachwuchsjudokas machten mit erfrischendem Kampfgeist und schon recht ausgefeilten Techniken auf sich aufmerksam.

Der vierte und letzte Tag der Landesspiele startete mit dem inklusiven Kata-Wettbewerb, der bei Special Olympics „Unified-Kata“ genannt wird. Ein ID-Judoka führt eine Kata, die aus  fünf bzw. sechs Aktionen bestehen muss, mit einem nicht behinderten Partner durch. Einzige Bedingung: Der ID-Judoka muss der aktive Judoka (Tori) sein. Für die Unified Kata hatten sich sechs Paare in zwei Wettbewerben gemeldet. Als Wertungsrichter standen mit dem Präsidenten des NWDK Wilfried Marx, dem mehrfachen Deutschen Kata-Meister Sergio Sessini und Alexander Schütz und Julian Tröger ausgewiesene Experten zur Verfügung.

Noch einmal einen kleinen Höhepunkt brachte der Abschluss der Judowettbewerbe bei den Landesspielen mit den Wettbewerben der Wettkampfklasse 1 (Judokas mit nur leichtem Handicap). An den Start gingen immerhin vier ID-Welt- und zwei ID-Europameister. Hier erwarteten wir Judo vom Feinsten. Aktionen und Reaktionen auf der Judomatte von schon beachtlicher Qualität wurden hier gezeigt. Würfe wie Uchi-mata oder Harai-goshi und Aushebe- und Kontertechniken waren, wie beim Judo der nicht Behinderten, immer wieder zu sehen. Mit der abschließenden Siegerehrung, an der auch der Präsident von SO-NRW Gerhard Stiens teilnahm, gingen die viertägigen Judowettkämpfe zu Ende.


Ergebnisse (pdf-Datei)